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Mietrecht, Verjährung, Verbraucherrecht

Niederlage für Stadtwerke-Tochter Thermoplus!

In einem aktuellen Urteil des LG Duisburg vom 08.09.2017 (az. 6 O 254/15) obsiegen die HKO-Rechtsanwälte für ihre Mandanten gegen die ThermoPlus WärmeDirekt Service GmbH Zahlungsforderungen aus Wärmelieferung die Jahre 2011 und 2012 betreffend. Das Urteil beschäftigt sich mit der Frage, ob die Nachzahlungen Insolvenzforderungen im Sinne des § 38 InsO waren als auch der Problematik der Verjährungshemmung gem. § 204 BGB.

Die Mandanten waren Eigentümer von vier Eigentumswohnungen in einem acht Familienhaus. Eine der Wohnungen wurde bis zum Januar 2010 selbst von den Mandanten bewohnt. Aufgrund von Schulden wurde ein Verbraucherinsolvenzverfahren im Februar 2011 eröffnet und die Wohnungen wurden allesamt im Jahre 2012 zwangsversteigert. Die Abrechnungen für den Zeitraum 2011 wurde den Mandanten im Oktober 2012 und für 2012 im September 2013 zugestellt. Die Mandanten vertraten die Auffassung, dass sie nicht verpflichtet waren die Nachzahlungen zu leisten, da sie selber zum einen die Wohnungen nicht bewohnt hatte, zum anderen die anderen Wohnungen teilweise auch vermietet waren. Die ThermoPlus WärmeDirekt Service GmbH sei verpflichtet gewesen, selber Verträge mit den Mietern abzuschließen.

Die ThermoPlus WärmeDirekt Service GmbH beantragte im März 2015 einen Mahnbescheid gegen die Mandanten, begründete den Anspruch aber erst - nach dem die Mandanten Widerspruch erhoben hatten - dem Landgericht Duisburg gegenüber im Dezember 2016 (!).

Das Landgericht folgt der diesseitigen Rechtsauffassung, dass

  1. die Mandanten nicht passivlegitimiert waren, der Insolvenzverwalter als Treuhänder nur hätte verklagt werden dürfen,
  2. die Forderung größtenteils verjährt war und trotz des Mahnbescheids aufgrund der verspäteten Anspruchsbegründung die Hemmungswirkung des § 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB i.V. mit § 204 Abs. 2 S. 2 zum 11.02.2016 abgelaufen war.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die ThermoPlus WärmeDirektService GmbH Duisburg hat bis zum 09.10.2017 Möglichkeit gegen das Urteil Berufung beim OLG Düsseldorf einzulegen.

Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht, Mediation, Zivilrecht

Verstärkung für das HKO-Team

Wir freuen uns, dass Herr Rechtsanwalt und Mediator Thomas Adam ab dem 1. Juli 2017 das HKO-Team verstärkt.

Er wird sich vor allem dem Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, dem allgemeinem Zivilrecht und der juristischen Beratung von Freiberuflern und Gewerbetreibenden widmen. Er steht Ihnen außerdem für Mediationen (Wirtschaftsmediation; Mediation in der Arbeitswelt) zur Verfügung.

Mietrecht, BGH, Wann Zahlung?

Wann ist die Miete fällig?

Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung am 05.10.2016 (BGH Az: VIII ZR 222/15) ausgeurteilt, dass es gerade nicht erforderlich ist, dass die Miete spätestens bis zum 3. Werktag auf dem Konto des Vermieters eingegangen sein muss. Damit haben die Bundesrichter säumigen Mietern sicher keinen Freibrief für „schluderiges Zahlen“ erteilt.

Dennoch: In den meisten Mietverträgen haben Vermieter und Mieter zwar geregelt, und auch bislang ausgelegt, dass die Miete spätestens bis zum 3. Werktag auf dem Konto des Vermieters eingehen muss. Die Richter haben jedoch geurteilt, dass es ausreiche, bei einem gedeckten Konto, dass der Mieter den Überweisungsauftrag bis zum 3. Werktag erteilt hat.

Dies hat zur Folge, dass viele bisher übliche Mietvertragsklauseln zur Rechtzeitigkeit der Mietzinszahlung unwirksam sein dürften.

Das heißt jedoch nicht für den Mieter, dass er künftig die Miete überweisen kann wann er will. Vielmehr muss er bis zum 3. Werktag die Überweisung beauftragt haben und sicherstellen, dass die Überweisung zügig ausgeführt wird, damit die Miete auch weiterhin zu Beginn des Monats auf dem Konto des Vermieters eingeht.

Nur die Bestimmung des exakten Tages dürfte zukünftig schwerer werden. Bei Fragen hierzu, kontaktieren Sie uns!

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